Jagen in Schottland

Schottland ist vor allem als Land der endlosen Highlands und Heimat großartiger Rotwildbestände bekannt geworden. Dies nicht zu Unrecht, verzaubert doch eine traditionelle Jagd durch die schottischen Hochländer jährlich zahlreiche Jagdreisende. Doch auch die Treibjagden auf Flugwild sind großer Teil der britischen Jagdtradition und in Schottland hochgeschätzt. Zweifellos steht im Vordergrund der Jagd in Schottland nicht die Trophäe, sondern das Erlebnis, die Geschichte und das Drumherum. Üblicherweise werden Schalenwildjagden mit einem Berufsstalker durchgeführt, welches meist eine anstrengende und kräftezehrende Pirsch beinhaltet. Die Belohnung ist dennoch umso größer, denn die schottischen Highlands und Inseln sind einmalige Orte auf dieser Welt. Doch auch die schottische Lebenskultur ist allein eine Reise wert.  

Bejagbare Wildarten in Schottland  

Das beliebteste Wild auf der Jagdreise in Schottland ist traditionell der schottische Rothirsch. Ebenso relevant und nicht zu unterschätzen ist in Schottland die Flintenjagd auf Niederwild. Dies rangiert gesellschaftlich in Großbritannien sogar über aller Schalenwildjagd und genießt hohes Ansehen. Nachfolgend eine Übersicht, über die in Schottland bejagbaren Wildarten:  

  • Rotwild
  • Sikawild
  • Moorschneehuhn (Grouse)
  • Fasan
  • Wildziege
  • sonstiges Flugwild
  • Damwild
  • Rehwild

Rothirschjagd in Schottland  

Früher wurde die Rotwildjagd eindeutig dem Berufsjäger zugeordnet, denn der Jagdherr beschäftigte sich oft ausschließlich mit der Niederwildjagd. Heutzutage hat sich diese Einstellung teilweise gewandelt, denn viele einheimische Schotten haben das Potential ihres Rotwildes und der wunderschönen Landschaft erkannt. Ob der Jagdreisende die Rothirschjagd oder die Kahlwildjagd bucht, beides hat seine Reize. Faszinierend in Schottland ist vor allem die Natur und das entsprechende Jagderlebnis. Wie bereits erwähnt, werden die schottischen Rothirsche nicht wegen der kapitalen Trophäen bejagt. Die Rothirsche werden in der Regel mit geringen Geweihgewichten gestreckt und die maximale Trophäenstärke ist regelmäßig ein 12er, also ein „royal“. Ganz vereinzelt werden „imperials“ mit mehr als zwölf Enden gestreckt. Rothirsche werden nahezu überall in Schottland bejagt, jedoch gibt es gerade in den unbewohnten Highlands und den Inseln westlich vor Schottland hochattraktive Estates, auf denen das Rotwild bejagt werden kann.  

Die Jagdzeiten zur Rothirschjagd  

Die Hirschjagd beginnt im Juli, für die meisten Jäger wird sie allerdings erst gegen August interessant, wenn die älteren Hirsche verfegt haben. Die Hirsche ziehen sich nun in die kühleren Höhen der Bergketten zurück es folgt eine anstrengende, wie fesselnde Pirsch durch die Highlands. Gegen Ende September beginnt schließlich die Brunft und die meisten Reviere haben um diese Jahreszeit bereits den Hauptteil der Rothirschabschüsse erledigt. Das Brunfterlebnis ist an den steilen Berghängen einmalig und überdauert bis Ende Oktober. Auch hier können sich spannende Jagden ergeben.  

Niederwildjagd in Schottland

Nach ursprünglicher britischer Tradition kann in den schottischen Highlands vorzüglich Niederwild mit der Flinte bejagt werden. In den Hochlandmooren können beispielsweise Schneehasen und herkömmliche Hasen bejagt werden. Auch auf Kaninchen wird mittels einer Streife oder dem Frettieren traditionell gejagt. Die Flinte ist hier das wichtigste Werkzeug und ein passionierter Flintenjäger kommt bei einer Jagdreise nach Schottland voll auf seine Kosten. Oft wird die Niederwildjagd in Schottland in kleinen Gruppen von vier bis acht Leuten ausgeübt. Erfahrene Rüdemänner stehen dem Jagdreisenden jederzeit zur Verfügung.  

Flugwildjagd in Schottland  

Doch gerade die Fasanenjagd ist das wahre Highlight beim „rough shooting“ in Schottland. Hier kommt es auf schnelles Reagieren und eine gewisse Sportlichkeit an – die Krone der britischen Jagdtradition. Bei Bedarf werden hier auch Flintenspanner und Hundeführer eingesetzt. Doch auch auf die Waldschnepfe, das pfeilschnelle Moorschneehuhn und die Bekassine wird hier ehrgeizig gejagt. Für den abenteuerlustigen Auslandsjäger könnte auch das „Wildfowling“ interessant sein. Hier wird an der Küste im Watt auf Enten, Gänse und andere Flugwildarten gejagt. Eine nicht ganz ungefährliche Angelegenheit, denn die Flut ist oft unberechenbar – dies jedoch macht gerade die Spannung aus. Einmal im Watt angekommen, eröffnet sich jedoch ein Flugwildreichtum, der weltweit seinesgleichen sucht.  

Schottische Jagdarten  

Gerade die Niederwildjagd wird in Schottland regelmäßig in Form einer Treibjagd durchgeführt. Unterstützt wird die Jagdgesellschaft durch Hundearbeit und möglicherweise diversen Flintenspannern. Schottland ist für engagierte und passionierte Flintenschützen zweifellos ein Muss. Die Schalenwildjagd wird vermehrt über die Pirsch durchgeführt. Hier begleitet den Auslandsjäger ein Berufsjäger, auch Stalker genannt, um den Gast in die vielversprechendsten Jagdgründe zu führen. Diese langen Pirschgänge auf Rothirsche sind kräftezehrend und anstrengend, belohnen den Jäger aber mit einer traumhaften Kulisse und sensationellen Jagderlebnissen. Teilweise wird der Pirschgang durch den Einsatz von Pferden gestützt, denn das Bergen des Wildes ist nicht immer einfach in den verlassenen Highlands. Anderes Schalenwild wird ebenfalls angepirscht und oft über den Schießstock gestreckt.  

Jagdreise nach Schottland – die Unterkunft  

Die Unterkünfte in Schottland sind meist genauso spektakulär wie die Jagden selbst. Mit deftigem Frühstück und rauchigem Whisky wird hier jeder Jagdgast versorgt und verzaubert. Durch die längeren Pirschgänge müssen sich die Jagdreisenden tagsüber oft aus dem Rucksack versorgen. Oftmals sind die Jagdgebiete und Reviere sehr abgelegen, insofern ist oft ein Herrenhaus mit Übernachtungen inklusive. Ansonsten gibt es von günstigeren Bed-and-breakfast-Pensionen über größere Hotels bis hin zu Schlössern alles. Unterkunfts- und versorgungstechnisch müssen sie sich in Schottland also keinerlei Sorgen machen. Auch das Essen hat sich – entgegen der vorherrschenden Meinung – über die Jahre gebessert und steht dem europäischen Festland in nichts nach.  

Jagd in Schottland – die Reviere  

Die Reviere Schottlands sind unterschiedlich und bilden sich aus den erhobenen Highlands den tief in das Land eingreifenden „Firths“ im niedrigeren Süden. Gerade die Highlands verzaubern die meisten Jagdreisenden mit den endlosen Mooren im Norden und den zahlreichen Seen, die auch „Lochs“ genannt werden. Die „Bens“ sind die steilen Berghänge, die sich immer wieder aus der Landschaft emporheben. Entsprechend den geografischen Gegebenheiten passen sich auch die Reviere an. Wie in Großbritannien sind die Reviere üblicherweise in Estates aufgeteilt und damit in Privatbesitz. Ungestörtes Jagen ist insofern problemlos möglich.  

Jagdreise nach Schottland – die Kosten  

Die Kosten und Preise der Jagdreise nach Schottland sind in allen Maßstäben meist durchschnittlich. Für die üblichen Preise einer Rothirschjagd bekommt man in Schottland viel Jagderlebnis geboten und in der Regel eine hervorragende Unterkunft. Ein Rothirschabschuss sollte regelmäßig nicht mehr als 2.000 Euro kosten. Hier ist kein Trophäenlimit gesetzt. Auch die Anreise schlägt eher gering Mehrkosten auf.  

Die Anreise zur Jagd in Schottland  

Schottland ist durchaus mit dem eigenen Auto gut erreichbar. Hier muss der Jagdreisende natürlich eine Fährfahrt in Kauf nehmen, welche größtenteils jedoch auch entspannt abläuft. Die Fähre landet meistens in Newcastle an, wo dann entsprechend eine kurze Fahrt über die schottische Grenze und in das jeweilige Jagdrevier ansteht. Alternativ lässt es sich per Flugzeug reisen. Anschließend kann relativ günstig ein Mietwagen, meist in Edinburgh oder Glasgow, gemietet werden. Nun steht eine interessante Weiterreise durch das Herz von Schottland an. Natürlich schränkt der Flug den Jäger entsprechend im Gepäck ein, kann jedoch auch die Reisestrapazen durch die geringere Reisezeit mindern. Beide Anreisemöglichkeiten haben zweifellos ihre Vor- und Nachteile. Hier muss jeder Auslandsjäger selbst wissen, was ihm am besten liegt.