Dabei sein ist für unsere treuen Jagdgefährten alles, daher gibt es für sie auch nichts Schöneres, als uns auf Jagdreisen oder im sonstigen Urlaub zu begleiten. Hundeexpertin A. Schmitt gibt Ihnen hilfreiche Tipps für Hunde auf der Jagdreise.

Wichtige Organisation

Bevor der eigentliche Urlaub beginnt, ist bereits eine gute Organisation im Vorfeld ein sicherer Garant für eine erholsame Reise. Planen Sie einen Auslandsaufenthalt, sprechen Sie unbedingt vor Ihren Ferien mit Ihrem Tierarzt; er wird Sie beraten und aufklären und Ihnen alle erforderlichen Medikamente mitgeben. Denken Sie daran, den auf dem Mikrochip des Hundes enthaltenen Code bei einem Tierregister (z.B. Tasso, Deutscher Tierschutzbund) eintragen zu lassen, damit Ihr Vierläufer im Falle eines Verschwindens schneller wiedergefunden werden kann. Besorgen Sie rechtzeitig alle Grenzpapiere, fehlendes Reisezubehör und Hundefutter. Verreisen Sie mit einem alten oder chronisch kranken Hund, wählen Sie Ihr Ferienziel so, dass für Notfälle ein Tierarzt in der Nähe wäre.

Hunde auf der Jagdreise – reizvolle Alternative

Haben Sie nun einen hundefreundlichen Jagdreiseort gefunden (hier gilt es, auch das vorherrschende Klima zu berücksichtigen), geht es an die Suche einer geeigneten Unterkunft. Ziehen Sie ein All-Inclusive-Paket vor, sind Sie mit einem tierfreundlichen Hotel gut beraten. Inzwischen gibt es sogar richtige Hundehotels, in denen sich Herr und Hund gleichermaßen verwöhnen lassen können. Immer beliebter werden außerdem Hotels mit angegliederter Hundeschule. Vor allem Singles treffen hier Gleichgesinnte und knüpfen schnell Kontakte. Ziehen Sie stattdessen lieber Beschaulichkeit und Ruhe vor, sind Sie gern flexibel und können gut auf Luxus verzichten, empfiehlt sich ein Ferienhaus oder eine -wohnung, am besten mit Garten. Hier sind Sie Ihr eigener Herr und haben für sich und Ihren Vierläufer viel Platz. Urige Camping und Hüttenaufenthalte sowie Trekkingtouren mit Hund stellen für abenteuerlustige Outdoorfreaks eine reizvolle Alternative zum herkömmlichen Urlaub dar.

© Jens Ulrik Høgh

Gesicherte Bewegungsfreiheit

Erkundigen Sie sich aber unbedingt vorab, ob Ihr Vierläufer auch wirklich willkommen ist, denn häufig gelten beispielsweise auf Campingplätzen Leinenpflicht und Maulkorbzwang. Entsprechende Adressen und Informationen erhalten Sie über das Internet oder das Tourismusbüro Ihres ausgewählten Ferienorts. Möchten Sie ein Wohnmobil mieten, klären Sie, ob der Vermieter Hunde wirklich erlaubt, ansonsten kann die am Ende geforderte professionelle Endreinigung sehr teuer werden. Auf Campingplätzen, aber auch für einen nicht eingezäunten Garten eines Ferienhauses bzw. einer -wohnung hat sich die Mitnahme eines Erdpflocks samt Schleppleine bewährt. So können Sie Ihrem vierläufigen Jagdkameraden größtmögliche, aber dennoch gesicherte Bewegungsfreiheit ermöglichen.

Passendes Verkehrsmittel

Eine gute Urlaubsorganisation schließt bereits die Wahl des passenden Verkehrsmittels mit ein. Da schon die Anreise für alle Beteiligten stressfrei und entspannt sein soll, gibt es für die Mitnahme eines Hundes je nach Land und gewähltem Fahrzeug einiges zu beachten. Am beliebtesten ist sicherlich die Fahrt mit dem Auto. Ihr Vierläufer benötigt hier unbedingt einen eigenen Platz, an dem er vorschriftsmäßig gesichert ist, ansonsten kann es im Falle eines Unfalls nicht nur gefährlich, sondern auch teuer werden, denn Tiere gelten im Auto rechtlich gesehen als Ladung. Inzwischen gibt es viele Sicherungssysteme, doch leider sind nicht alle wirklich empfehlenswert. Achten Sie bei der Auswahl am besten auf vorliegende Ergebnisse von Crashtests oder DIN-Prüfungen. Auch der ADAC hat eine Liste mit Vor- und Nach- teilen unterschiedlicher Sicherungseinrichtungen wie Sicherheitsgurte, Trenngitter, Transportboxen & Co. heraus- gegeben.

Hunde auf der Jagdreise – beste Reisezeiten

Wichtig sind zudem ausreichend Kühlung sowie Frischluft und Wasser. Vermeiden Sie jedoch Zugluft, denn die kann zu schweren Augenentzündungen und Erkältungen führen. Regelmäßige Gassi- und Trinkpausen alle zwei bis drei Stunden sind ein Muss. Lassen Sie Ihren Hund dann jedoch besser nicht von der Leine. Halten Sie immer Wasserasche und -napf griffbereit. Geben Sie Ihrem Hund zuletzt maximal vier Stunden vor Reiseantritt etwas zu fressen, ansonsten liegt ihm sein Futter unterwegs schwer im Magen. Passieren Sie Bergstraßen, bieten Sie Ihrem Vierläufer bei häufigem Gähnen oder Hecheln ein paar Leckerli oder einen Kauknochen an, damit sich der unangenehme Druck auf den Ohren löst. Kalkulieren Sie für die Anreise auf jeden Fall genug Zeit ein, eventuell sogar mit Zwischenübernachtungen. Die besten Reisezeiten sind morgens und abends, eventuell sogar nachts. Versuchen Sie, Staugebiete zu umfahren. Geraten Sie dennoch in einen Stau, verlassen Sie bei nächster Gelegenheit lieber die Autobahn für einen Spaziergang, bis sich die Verkehrsstockung wieder aufgelöst hat.

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Grundgehorsam

Für die Fahrt in einem öffentlichen Verkehrsmittel ist gutes Benehmen Ihres Hundes eine selbstverständliche Grundvoraussetzung. Außerdem ist eine gewisse Nervenstärke nötig, denn nicht nur auf dem Bahnsteig, sondern auch im Zug selber muss Ihr vierläufiger Begleiter häufig mit Menschenmengen und großer Enge fertig werden. Gehen Sie vor der Abreise noch ausgiebig spazieren, damit Ihr Hund nicht nach einiger Zeit im Zug unruhig wird. Längere Aufenthalte sind für kleine Pinkelpausen nützlich. Nehmen Sie für den Notfall stets ein Kottütchen mit. Lassen Sie Ihren Vierläufer generell nie auf dem Bahnsteig frei laufen: Leicht könnte er durch das Treiben dort in Panik geraten und entwischen. In der Bahn ist ebenfalls Leinenzwang angesagt. Hunde bis zur Größe einer Hauskatze, die in einer Transportbox Platz haben, fahren kostenlos. Größere Vierläufer hingegen müssen einen Maulkorb tragen (außer Blindenhunde und Begleithunde für Schwerbehinderte) und benötigen eine Kinderfahrkarte. Platzreservierungen gibt’s für Vierläufer nicht. Außerdem können keine Online-Tickets zum Selbstausdruck gebucht werden, sondern nur per Postversand unter der Angabe, dass ein Kind von sechs bis vierzehn Jahren ohne Begleitung verreist. Für Autozüge und den City Night Line, aber auch im Nahverkehr gibt es häufig Sonderregelungen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Vielerorts gibt es spezielle Tiertaxis. Aber auch in normalen Taxis dürfen Hunde mitfahren. Sagen Sie jedoch bereits bei der Bestellung, dass Sie ein Vierläufer begleitet. Taxifahrer können generell von ihren Kunden nicht zum Transport größerer Hunde verpflichtet werden. Bietet ein Taxi beispielsweise nicht genügend Platz für einen großen Vierläufer, darf ein Taxifahrer den Fahrauftrag aus Platzmangel ablehnen, schließlich dürfen Tiere gemäß der geltenden Betriebsverordnung nicht auf Sitzplätzen untergebracht werden. Das Busfahren ist in manchen Städten für Hunde kostenlos, in anderen gilt der halbe Fahrpreis. Fragen Sie entweder gleich vor Ort den Fahrer oder erkundigen Sie sich vorab beim örtlichen Fremdenverkehrsbüro.

Reise per Schiff

Fährüberfahrten mit einer Dauer von ein bis drei Stunden stellen für Hundebesitzer meist kein Problem dar, weil der Vierläufer in der Regel mit an Deck darf. Dies kann allerdings auch von Land zu Land verschieden sein, erkundigen Sie sich also lieber vorab bei Ihrem Reiseveranstalter. Bei längeren Strecken sind Hunde häufig wegen fehlen- der Unterbringungsmöglichkeiten nicht zugelassen. Inzwischen bieten einige Fähren schon spezielle Hundekabinen an. Grundsätzlich gilt auf Schiffen Leinenzwang, manchmal sogar Maulkorbpflicht. Vergessen Sie nicht, Ihre Hundegrundausstattung wie Napf, Wasser, eventuell etwas Futter, eine Decke sowie den Impfpass und je nach Einreiseformalität ein Gesundheitszeugnis mit an Bord zu nehmen. Kreuzfahrten sind für Hunde nur bedingt möglich. Bei manchen Reedereien sind Vierläufer erlaubt, andere verbieten deren Anwesenheit. In jedem Fall ist bei einer geplanten Schiffsreise mit Hund ein individuelles, umfassendes Informieren vorab unbedingt nötig.

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Mitnahme per Flugzeug

Generell gelten bei Flugreisen immer die einzelnen Bestimmungen der jeweiligen Airlines. Bei den meisten Fluggesellschaften dürfen kleine Hunde bis zu einem Gewicht von fünf Kilogramm im Passagierraum mitfliegen. Auch Blinden- und Behindertenbegleithunde können unabhängig von ihrer Größe bei ihrem Führer bleiben. Ansonsten müssen schwerere Vierläufer in einer wasserdichten, gut belüfteten Transportbox im Gepäckraum untergebracht werden. Erkundigen Sie sich schon vor dem Flug, welche Boxen genau bei Ihrer Fluggesellschaft zugelassen sind, denn auch diesbezüglich gibt es Vorschriften. Eine frühzeitige Buchung ist grundsätzlich empfehlenswert, da die Mitnahmekapazitäten für Hunde oft beschränkt sind. Sprechen Sie vor einem Flug mit Ihrem Tierarzt, und lassen Sie sich auf jeden Fall ein Beruhigungsmittel für Ihren Vierläufer mitgeben, denn eine Flugreise, noch dazu getrennt vom Besitzer im Frachtraum, bedeutet großen Stress für den Hund. Überlegen Sie also generell vorab gut, ob die Mitnahme Ihres Hundes in einem Flugzeug wirklich sinnvoll ist oder ob er während Ihrer Abwesenheit nicht besser bei einem lieben Hundesitter untergebracht ist.

Lieber verzichten

Planen Sie eine Reise in ein besonders weit entferntes, extrem heißes oder sehr kaltes Urlaubsziel, ist es besser, auf die Mitnahme Ihres Hundes zu verzichten und ihn während Ihrer Abwesenheit Zuhause optimal unterzubringen. Selbst diese Ferienvariante muss gut vorbereitet wer- den. Zunächst gilt es, einen zuverlässigen Hundesitter oder eine kompetente Tierpension zu finden. Idealerweise kann Ihr Vierläufer bei Verwandten oder Freunden einquartiert werden. Oftmals nimmt der Züchter seinen ehemaligen Nachwuchs gern in Pflege. Eventuell kennt er aber auch jemanden, bei dem Ihr haariger Jagdgefährte gut aufgehoben ist. Professionelle Hundepensionen finden Sie über das Internet, das Branchenverzeichnis, Ihren Tierarzt, Tierschutzvereine, Zoofachgeschäfte, Hundevereine, den Kleinanzeigenteil Ihrer Tageszeitung oder Tierzeitschriften. Entsprechende Tipps bekommen Sie auch über andere Hundebesitzer, die Ihren Vierläufer ebenfalls schon in einer Pension untergebracht haben. Sogar Tierheime nehmen vorübergehende Pfleglinge auf. Lassen Sie sich unbedingt Zeit für die Auswahl eines geeigneten Pflegeplatzes. Sehen Sie sich vor Ort genau um, sprechen Sie ausführlich mit der zuständigen Person und vereinbaren Sie vorab am besten mehrere Treffen, damit Ihr Hund und der vorübergehende Betreuer sich schon etwas kennenlernen.

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Die Hundepension

Beobachten Sie das Verhalten Ihres Vierläufers genau: Hat er Vertrauen zu seinem möglichen Pfleger? Fühlt er sich wohl in der neuen Umgebung? Distanzieren Sie sich von Hundepensionen, die nur auf Ihr Geld, nicht aber auf das Wohl Ihres Hundes aus sind. Zahlen Sie andererseits lieber mehr, wenn Ihnen der Pflegeplatz optimal erscheint. Haben Sie einen vertrauenswürdigen Hundesitter gefunden, schließen Sie mit ihm einen Vertrag ab. Informieren Sie ihn über Vorlieben, Abneigungen und Eigenheiten Ihres Vierläufers. Sprechen Sie über die gewohnten Fütterungs- und Gassigehzeiten. Folgt Ihr Hund nicht absolut zuverlässig, bitten Sie den Pfleger unbedingt, ihn beim Spazier- gang nicht abzuleinen. Alle wichtigen Informationen halten Sie für den Sitter am besten schriftlich fest. Bringen Sie Ihren Hund nicht erst am letzten Tag vor Ihrer Reise in die Betreuungsstelle, damit eventuelle Schwierigkeiten noch vor Ihrer Abfahrt geklärt werden können.

Hunde auf der Jagdreise – wichtiges zum Schluss

Sollten Sie eine kurze Toilettenpause benötigen, lassen Sie Ihren Hunde auf der Jagdreise an warmen Tagen nie im Auto zurück. Selbst ein vorher durch die Klimaanlage gekühlter Innenraum und geöffnete Fenster verhindern nicht die enorme und vor allem blitzschnelle Aufheizung des Autos, die für den Vierläufer schnell zur quälenden und tödlichen Falle werden kann. Dasselbe Phänomen gilt für Wohnwagen. Also: Vorsicht!

Checkliste Reiseapotheke

  • eventuell benötigte Dauermedikamente 

  • Mittel gegen Reisekrankheit/Beruhigungsmittel 

  • Mittel gegen Durchfall und Erbrechen 

  • Wundspray und -salbe/ Desinfektionsmittel 

  • Augen- und Ohrentropfen 

  • Floh- und Zeckenmittel 

  • Zeckenzange 

  • stumpfe Schere 

  • Fieberthermometer 

  • Gaze, Verbandsmaterial, 
Leukoplast 

  • Einwegspritzen zur oralen 
Medikamenteneingabe 

  • Pfotenschutzschuh 

  • Rescue-Tropfen von Bach
  • Telefonnummer Ihres Tierarztes

Checkliste Hundekoffer

  • Hundepfeife 
  • Schild fürs Halsband 
mit Urlaubsadresse und Reisezeitraum sowie Heimatadresse 
  • Maulkorb
  • eventuell Transportbox 

  • Körbchen, Decke und 
Handtücher 

  • Küchenrolle 

  • Spielzeug 

  • Erdpflock und Schlepp
leine 

  • frisches Trinkwasser und 
Näpfe 

  • Futter, Leckerli und 
Kauknochen 

  • Dosenöffner 

  • Bürste, Furminator, 
Noppenhandschuh 
und/oder Kamm 

  • Kottütchen
  • lange und kurze Leine

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